In der Erfüllung liegt die Hoffnung

 

                        

                                    

 

Das Ungewisse meiner Selbst ist mein Zeuge dieser Gegebenheiten; dieses Fühlens des Unwirklichen, gespeist von der panischen Angst des Unergründlichen, dem Wahnsinn meines eigenen Ichs.

In der Tiefe der Nacht umgab mich auf meinen ausgedehnten Wanderungen durch die Berglandschaft meiner Heimat das Dunkel eines Grabes. Ich fühlte den Griff einer Hand an meiner Kehle, so dass sämtliche Laute, die ich hätte aus mir herausbringen mögen, im Keim erstickten. Ich hörte eine Stimme, die nah an meinem Ohr meinen Namen flüsterte, als ich das Licht einer Einöde wahrnahm.

Die letzten Meter - aber es erschien mir, als wenn das Häuschen in der gleichen Entfernung lag wie noch vor wenigen Augenblicken. Ich begann zu laufen, mein Geist rüttelte an meinem Gedankenwerk und ich fühlte mich dem Wahnsinn nahe, als die Stimme dicht an meinem Ohr meinen Namen sprach. Es war mir, als wenn eine Hand die meinige ergriff. Die Stimme sprach beruhigend auf mich ein: immer wieder meinen Namen, leise, ja fast sanft. Ich fühlte, wie mein Puls zu implodieren drohte. Mir wurde heiss und ich merkte, dass ich fror. Die Landschaft war eine andere als zuvor: Kein Licht, kein Haus. Vor mir eingebettet im Busen der Berge lag ein See. Auch im Dunkel der Nacht, die keinen Stern ihr eigen nennen konnte, konnte ich das Blau des Sees erkennen: Die Tiefe der Unendlichkeit - kein Anfang, kein Ende.

Die Hand führte mich immer noch - erst jetzt nahm ich sie wieder wahr. Sie war kalt. Mein Puls gab mir zu verstehen, dass ich keine Angst mehr hatte, auch wenn mein Ich es noch nicht begriff. Ich spürte das Wasser des Sees an meinen Beinen und Füßen. Erst jetzt merkte ich meine Blöße; ich war mir sicher, mich angemessen gekleidet auf die Wanderschaft begeben zu haben -doch jetzt: Nicht eine Faser von Wolle oder Leinen bedeckte meine Blöße. Mich fröstelte es bei dem Gedanken, dass es kein Traum war, was ich hier erlebte...die Stimme sprach wieder meinen Namen, einschmeichelnd wie einst meine Mutter an meinem Kindsbett. Weiter und weiter führte mich die Hand in den See. Ich leistete keinen Widerstand, obwohl ich innerlich schrie...aber es war mir, als ob die Ruhe, die ich bei meinem letzten Atemzug im Tosen der Wellen vernahm, das Schönste war, was ich seit langem gefühlt hatte und ich gab mich dem ewigen Frieden mit einem Lächeln hin.

Im Dunkel der Nacht ist der Schrei einer Eule zu vernehmen: von weitem, aber so nah...Angst des Ichs der Schrei der Seele nach Frieden im Dunkel der Nacht.

 

 



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